Beutel - und Taschenspiele

Das sind nun die Spiele, die ich in mühevoller Kleinarbeit selber gestickt habe. Diese Beutelchen und Klapptaschen lassen sich alle am Gürtel befestigen, während alle Spielsteine und Würfel im Innern sicher verstaut sind . . .

. . . also ist der tapfere Recke, die holde Maid oder der mutige Edelmann jederzeit bereit für ein kurzweiliges oder gar gewinnbringendes Spielchen.

Spiele für zwei Spieler

El Quirkat

oder

Alquerque

Seinen Ursprung hat dieses Spiel wahrscheinlich im alten Ägypten, denn dort wurde ca. 1400 v. Chr. auf dem Dach des Tempel von Kurna, neben anderen Spielfeldern, auch ein unvollendetes Alquerque-Spielfeld gefunden. Nach der Eroberung der Byzantinischen Gebiete, wurde das Spiel unter dem Namen "El Quirkat" im nahen Osten bekannt und fand dort auch seine erste schriftliche Erwähnung (ca. 976 n. Chr.) im Buch der Lieder des persischen Dichters Ali al Isfahani. Durch die Invasion der Mauren gelangte das Spiel dann auf die iberische Halbinsel, dort änderte sich dann auch der Name von "El Quirkat" in "Alquerque".
Alfons X. von Léon und Kastilien, auch der Weise genannt (1251 - 1282) lässt während seiner Regierungszeit ein Buch von 98 Seiten anfertigen, welches sich ausschließlich mit Brett- und Würfelspielen seiner Zeit befasst. In diesem Buch wird auch Alquerque genau beschrieben. Noch heute befindet sich das Original in der Klosterbibliothek von St. Lorenzo del Escorial, in der Nähe von Madrid. Während sich das Spiel von Spanien weiter über Europa verbreitet und zu einem komplexeren Vorläufer des heutigen Damespiel wird.

Senet

Senet ist ein ägyptisches Rennspiel und vermutlich der Vorläufer des heutigen Backgammon und Mensch-ärger-Dich-nicht.
Über 5000 Jahre alt sind die ersten Spuren dieses Laufspiels, die ältesten Funde stammen aus der Frühzeit und aus dem alten Reich in Ägypten, aus der Zeit um 3200 v. Chr.. Die älteste bildliche Darstellung ist auf einer Malerei im Grab des Hesy, 3. Dynastie (ca. 2686 - 2613 v. Chr.) zusehen. In Theben, im Tal der Könige wurde im Grab von Tutenchamun, aus der Zeit des Neuen Reiches, 18. Dynastie (1347 - 13337 v. Chr.) ein sehr schön erhaltener Spieltisch gefunden, der noch heute im Ägyptischen Museum in Kairo zu bewundern ist.
Bis in die Mitte des ersten Jahrtausends n. Chr. war Senet eins der beliebtesten und, in Ägypten und seinen abhängigen Gebieten (z.B. Zypern), weit verbreitesten Spiele. Es wurde aber nicht nur kostbaren Spieltischen und - Brettern, sondern auch auf Steinblöcke geritzte Spielfelder gefunden, so dass man davon ausgeht das selbst die Arbeiter beim Pyramidenbau ihre Arbeitspause zum Senet spielen nutzten.
Seine Beliebtheit in allen Bevölkerungsschichten, von den Kindern der einfachsten Bauern, über Arbeiter und Offiziere, bis hin zum Pharao resultiert aus einer typisch ägyptischen Verschmelzung von Spiel und Religion. Denn Senet galt nicht nur als Zeitvertreib, sondern symbolisierte den Übergang des Toten ins Jenseits, selbst im Totenbuch, das die Rituale für den Übergang ins Jenseits festlegte, stand dem Verstorbenem eine Partie gegen einen unsichtbaren Gegner oder Gott bevor.

Königszabel

oder

Tablut

Tablut gehört zur Familie der Belagerungsspiele und stammt vermutlich von dem, schon in der Wikingerzeit um 850 - 1050, bekannten Hnefatafl ab.
Erwähnt wurde dieses Spiel schon in zahlreichen Schriften der nordischen Kultur: von der Edda über die Friedthjofs-Saga bis hin zur Orkney-Sage.
Von Finnland bis zu den Orkneyinseln existieren Grabfunde, mit Spielfiguren und -Brettern, die bis auf das 4. Jahrhundert n.Ch. zurück datiert werden konnten. Sogar Zeichnungen von Tafl-Spielern wurden auf dem Runenstein von Ockelbo in Schweden gefunden.
Tablut war bis ins 12. Jahrhundert das Strategiespiel der Nordmänner und - Völker. Schon im frühen Mittelalter wurde dieses Spiel auf den Eroberungsfeldzügen der Wikinger von Skandinavien über England, Wales, Irland und Island bis nach Grönland usw. gebracht und verbreitet. Ab dem 11. Jahrhundert wurde es dann durch das, während der ersten Kreuzzüge eingeführte, Schach verdrängt.
Der älteste Hinweis auf dieses Spiel befindet sich in dem Reisetagebuch des schwedischen Botanikers C. Linnaeus, der 1732 durch Lappland reiste und dort das Tablut entdeckte.

Drei in einer Reihe

oder

Achi

~ Kleine afrikanische Mühle ~

In Europe ist das Mühlespiel seit der Bronzezeit bekannt, die ersten Spiele wurden als Grabbeigabe in CrBri Ghualann in Wicklow (Irland) entdeckt .
In Deutschland wurden verschiedene Variationen der Mühle, wie etwa die Neunermühle, die Rad - oder Rundmühle, sowie die Dreiermühle bei Ausgrabungen römischer Grenzbefestigungen entdeckt.
Aber auch in China ist das Spiel seit etwa 2000 Jahren bekannt. Vermutlich gehört dieses Taktikspiel zu den ältesten Brettspielen überhaupt.
Vom 12. bis zum 18. Jahrhundert gehörte das Mühlespiel zu den beliebtesten Brettspielen in Europa.
Dieses ist eine Mühleversion aus Zentralafrika.

Spiele für zwei und mehr Spieler

Runix

~ Das Spiel der Hexen ~

Das Spiel Penthalpha und das alte Kinderspiel Rio haben mich auf die Idee zu diesem Spiel gebracht und so habe ich kurzer Hand mein erstes Spiel entworfen.
Obwohl es nun ein recht neues Spiel ist, habe ich es auf mittelalterliche Weise zurechtgemacht, da es vom Spielsystem gut zu den historischen Brettspielen an meinem Mittelaltermarktstand passt.
Daher nun viel Spaß mit diesem Spiel.

Knobel- und Tavernen Spiele

für einen Spieler

Einsiedler

oder

Mikumi

~ Große Afrikanische Mühle ~

Woher dieses Spiel ursprünglich kommt weiß man nicht so genau, man weiß aber das unser Einsiedlerspiel ursprünglich aus den Belagerungsspielen entstanden ist, wo die ältesten Spiele ca. 1300 n.Chr. auf Island gefunden wurden.
Andere Quellen berichten, dass dieses Spiel bei der Entdeckung Amerikas entdeckt wurde, wo die Indianer es mit Pfeilen im Boden spielten. Wieder eine andere Quelle erklärt, dass es das Lieblingsspiel der Madagassen gewesen wäre, welche es mit Steinen oder Ästen auf dem Boden gespielt hätten.
Wirklich nachzuweisen ist allerdings, dass dieses Spiel in Frankreich am Hofe des Sonnenkönigs gespielt wurde und damit bekannt wurde. Es taucht sogar einmal bildlich auf einem Porträt von Claude-August Berey (1687) auf. In England wurde es dann erstmals 1746 erwähnt.

Anno Februar 2013